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Berlin, 08.05.2006
So, zwischen Sammeln, Sonnenschein und Saufen sind wir gar nicht dazu gekommen euch mit den doch so heiß ersehnten Informationen zu versorgen. Es ist halt Wahlkampf, und da bricht bei dem gemeinen Pogoanarchisten der Arbeitswahn und beim fanatischen Einpeitscher die Raserei aus. Aber zwischen zwei Alkoholentgiftungen möchte ich euch doch über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten.

von Phil²





Rückblickend fing ja unsere große Sammelaktion am Donnerstag dem 27. April vor dem Roten Rathaus an. Es begann wie immer verhalten, da die Aktivisten noch nicht so richtig in Stimmung waren, als dann aber eine Hip-Hop-Crew geschlossen unterschrieben hat, konnte die anwesenden Kamernossen nicht mehr gestoppt werden. Zumal eben jene Hip-Hop-Crew auch noch auf "Arbeit ist Scheiße" einen Live-Battle-Rap veranstaltete, der dann eine Menge Touristen anlockte. Nachdem der Stand dann wegen fehlender Anmeldung vor dem Roten Rathaus von der Polizei vertrieben wurde, startete man spontan eine Klemmbrett-Aktion auf dem Alexanderplatz, so dass der Tag ein voller Erfolg war.

Am Freitag sammelten wir auf der Warschauer Brücke direkt am S-Bahnhof, und was soll man sagen, benebelt von den Autoabgasen waren wir nicht zu bremsen und sammelten wie im Rausch. Als dann der Imbiss schloss und unser Biervorrat auch zur Neige ging, packten wir ein und trollten uns, denn auch dieser Tag war wieder mal mehr als erfolgreich verlaufen.

Samstags sammelten Timo, Jessi, Adi und Schlumpf auf dem Konzert in der Alten Feuerwache in Schöneweide, und wenn sie auch wegen der guten Musik (es spielten Freizeitpunks, Krawallbrüder, Tempo 30 und Berliner Weise) kaum zum Sammeln kamen, so war die Ausbeute an diesem Abend doch sehr erfreulich.

Der Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz fiel ja an diesem Sonntag aus, weil ein Konzert angemeldet war, was uns aber nicht hinderte zahlreich und noch gut betrunken vom Restalkohol des Vortages dort unseren Stand aufzubauen. Zunächst mussten wir uns durch den Polizeikokon schleusen, die uns unsere Bierflaschen abnahmen, dafür aber freundlicherweise Plastikbecher zum Umfüllen verteilten. Eine anscheinend an Legasthenie erkrankte Polizisten las zunächst auf unseren Stand "NPD", aber als wir den Sachverhalt geraderückten war sie noch verwirrter als vorher, denn von der APPD hatte sie noch nie etwas gehört. (Unerhört!) Das Konzert war mega-geil, die Sonne schien und wir sammelten, was das Zeug hergab, an diesem Tag bestimmt 250 Unterschriften.
So gegen Abend bauten wir den Stand ab und Christo fuhr ihn im Fahrradanhänger zu sich nach Kreuzberg, während wir Restlichen noch blieben um weiter Bier zu trinken. Leider konnten wir uns nicht auf den Rasen liegen, weil die Polizei die gesamte Grünanlage abgeriegelt hatte und mit Hunden bewachte, als ob es ein Munitions-Depot wäre. Gegen 22 Uhr wurde dann der Platz geräumt, ganz gegen den Willen der Anwesenden, die friedlich zusammenstanden, Bier tranken und Musik machten. Dabei ging die Polizei ziemlich rabiat vor, so wurden z. b. Ronnys Brille zerschlagen, Timos Camcorder beschädigt und auch ich bekam einen Fausthieb ins Gesicht, welcher aber nicht weiter schlimm war, Polizisten schlagen halt wie Mädchen, darum brauchen sie auch Gummiknüppel!. Letztendlich kamen aber alle gut nach hause und freuten uns schon auf das Mai-Fest in Kreuzberg.



1 Mai! Der Tag der Arbeitsbefreiung! Der höchste Feiertag im pogoanarchistischen Kalender, und dann war auch noch strahlender Sonnenschein, herrlich!
Der Stand der APPD-Berlin direkt am Heinrichsplatz vor der Roten Harfe war gut gewählt, wir standen direkt zwischen zwei Bierverkäufern und einem Grillstand, so dass sowohl für das geistige wie auch das leibliche Wohl der Kamernossen vom Veranstalter Rechnung getragen wurde. Der einzige Wermutstropfen war die Tatsache, dass sich direkt neben uns eine Horde Schau-Trommler zusammengerottet hatte und uns mit ihren Hippie-Getrommel auf die Dauer einwenig nervte. Aber dem konnte man ja hin und wieder entfliehen und sich an den diversen Bühnen ablenken lassen. Dennoch waren wir ja vorrangig dar, um Unterschriften zu sammeln und das mit grandiosem Ergebnis, am Ende hatte wir über 350 zusammen!
Selbst die 3 einsame Popo-Club-Fetischisten, die sich um Vincent, der wohl als Verstärkung aus Hamburg angereist war, konnte unsere ca. 30 - 40 Mann starke Truppe, nicht provozieren, sondern nur ein mildes Lächeln und ein müdes Gähnen entlocken.
Leider endete der Tag nicht so schön, wie er begonnen hatte. Auf dem Nachhauseweg wurde Christo noch von der Polizei angehalten und übelst verprügelt. Der Grund: Er war ohne Licht bei Rot über die Ampel gefahren, dass ist natürlich ein schwerer Eingriff in den Straßenverkehr und so jemanden muss man so oft mit dem Knüppel auf dem Kopf hauen, bis er nichts mehr sehen kann. Ja , unser Polizisten fackeln nicht lang, aber Christo wurde heute aus dem Krankenhaus entlassen und es geht ihm schon wieder recht gut.
Aber auch andere Kamernossen wurden noch ohne Grund von der Polizei angehalten, kontrolliert und gefilzt, um dann zum Stadtrand gekarrt und mit einem Fußtritt aus de Wanne gekickt zu werden.

Aber davon lassen wir Berliner Kamernossen uns nicht aufhalten und sammelten schon am Donnerstag dann wieder, diesmal am Mehringdamm unweit des legendären Curry 36, einer der besten Currywurstbuden hier in der Stadt. Der Platz war gut gewählt und auch hier kam eine anständige Anzahl an Unterstützerunterschriften zusammen.

Freitags war dann wieder Sammeln auf der Warschauerbrücke angesagt, und wie immer, vermutlich denk der Autoabgasen, ein berauschender Erfolg. Selbst Warhead war anwesend, der dank seiner zwei Tage alten Mett-Brötchen seinen ganz persönlich Rausch hatte. Jedenfalls hat nur er das Riesen-Gaga-Huhn gesehen, aber so lieben wir ihn!

Und wie jeden Sonntag standen wir auch an diesem auf dem Boxhagener Platz um traditionell die Wähler zu beschimpfen. Bei herrlichem Wetter hatten sich so um die 20 Aktivisten avisiert, die dann auch zwischen zwei Bieren fleißig sammelten. Winkler war voll in seinem Element und schüttelte jeden Unterschreiber persönlich die Hand und dankte ihm auch im Namen des Bundesvorstandes, während Ben und Raddatz unermüdlich die Leute an den Stand zerrten. Ebenfalls lobend zu erwähnen ist mal wieder Chriss, dessen fanatischer Einsatz schon an Arbeitswut grenzt! Am Abend saßen wir dann noch auf dem Rasen und ließen bei Bier und Pizza diesen schönen Tag ausklingen.

Ingesamt haben wir mit diesen Aktion ungefähr 1100 Unterschriften gesammelt, von denen aber bestimmt noch etliche nicht gewertet werden und wegfallen. Also: VORWÄRTS, PRÜGEL, PEITSCH! WEITERSAMMELN!

VORWÄRTS MIT DER APPD!

Downloads:

Wahlprogramm für Berlin 2006

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