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Berlin, 14.12.2005
Wie ja nun hinlänglich bekannt war am 10. Dezember dieses Jahres der Bundesparteitag der APPD in Stuttgart, welches fürdahin nur noch Schduddgard geschrieben wird, denn für ein T ist diese Stadt nicht hart genug! Hier ist der Reisebericht der 8 unerschrocken Berliner Aktivisten, die den weiten Weg nach Schduddgard auf sich genommen haben.
von Phil²
Alles begann zur einer unpogoanarchistischen Zeit am Ostbahnhof, wo sich der erste Teil des Berliner Jubelkommandos traf, um gleich ein Abteil im ICE zu kapern. Das erste Bier war schon geköpft und noch nicht ganz getrunken, da verbündeten sich Zeit und Raum gegen die APPD-Berlin und ließen unseren Kassenwart mit samt der Fahrkarten im Berufsverkehr stecken bleiben, so dass er drei Minuten zu spät am Bahnhof ankam. Auf seiner einmaligen und heroischen Art übernahm jetzt Zimthuhn das Vorauskommando und lieferte sich im Waggon ein aufregendes Katz-und-Maus-Spiel mit den Zugbegleitern und entkam ihnen unerkannt in Braunschweig, wo er das dann im nächsten Zug folgende Hauptkontingent der APPD-Berlin erwartete. Endlich vollzählig fuhren wir dann weiter nach Schduddgard, wobei wir Unmengen an Bier, Sekt und Wein konsumierten und ein saumäßiges Chaos im Zug hinterließen. So muss es auch sein!
In Schduddgard endlich angekommen organisierten wir erstmal das Bier für die Rückfahrt, welches wir gut gekühlt im Schließfach aufbewahrten, um es vor den gierigen Händen der mittlerweile ebenfalls eingetroffenen Bayern zu schützen. Mit denen und dem endlich ebenfalls erschienen Riesen, marschierten wir geschlossen zur U-Bahn, selbstredend die Parteihymne singend und unsere allseits beliebten Parolen grölend. Die Stimmung war gut, bis wir dann beim auserwählten Versammlungsort ankamen. Diese miese Spießerspelunke ließ jeden aufrechten Pogo-Anarchisten kalt ums Herz werden und jedes Lachen in ein höhnisches Grinsen gefrieren!
Fremder, kommst Du nach Schduddgard (wovon ich eh abrate) meide das Lehen! In einem viel zu kleinem Lokal drängten sich die Kamernossen um das wenige eingeschmuggelte Bier, weil die Schwaben in ihrem republikweit bekannten Geiz auf das Freibier verzichtet haben und der Preis für ein 0,3l Lokalplörre mit 3,20 € viel zu hoch war. Etliche nagten schon an den Stühlen, weil die ebenfalls versprochenen Spätzle ausblieben, das hätte ja Geld kosten können. Von den leistungsfaschistischen Einheimischen argwöhnig begutachtet, ließen wir Berliner uns aber den Spaß nicht nehmen und verbrüderten uns mit den Marburgern und lieferten uns heftige Gröhl- und Sangesduelle mit den Bayern, denen ich neidlos den Sieg zuerkennen muss. Es sind halt Bayern, die verstehen zu Saufen und dabei anständig Krach zu machen!
Als der Parteitag dann endlich mit Stunden Verspätung begann, ließ die Abschirmung des Rednerpultes durch die 6xS schon nichts Gutes erwarten! Mann, wo hat der Riese nur so einen Haufen Jubelperser aufgetrieben, gibt es in Schduddgard etwa keine anständigen Pogo-Anarchisten mehr? Diese Frage wurde im weiteren Verlauf mit einem eindeutigen Nein beantwortet, doch wollen wir nicht vorgreifen! Wie zu erwarten, hat Christo die Vertrauensfrage gestellt und er wurde abgewählt, dass hätte ja nun wirklich niemanden mehr gewundert, aber die Art und Weise, in die der vorher von mir sehr geschätzte Riese, vorgegangen ist, lässt sich nur als erbärmlich beschreiben. Aber wir waschen ja unsere schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit, daher werden jetzt keine Einzelheiten bekannt gegeben, nur hat uns Berlinern das vor Augen geführt, das die Errichtung des Anti-Schwäbischen-Schutzwalls massiv vorangetrieben werden muss! Schduddgard muss eine Freiversuchsfläche zur Etablierung der SBZs werden, und die Schwaben bekommen Pogoverbot in X-Hain!
Aber der größte Witz war die abschließende Kneipen-Tour als Abendprogramm! Der Riese schleppte uns von einer miesen Studentenkneipe zur nächsten und ließ dabei auch nicht die piefigste und langweiligste Spiesserdisse aus. Die Bayern reagierten schon gereizt und wollten Schduddgard in Brand stecken, während wir Berliner, helle wie wir nun mal sind, eine annehmbare Kneipe in einer kleinen Sackgasse entdeckten: das Cafe Weiss. Dort verbrachte das Berliner Kontingent in gemütlicher Runde den Abend, während die Sduddgarder draußen bleiben mussten, denn sie waren dem 70-jährigen, sehr sympathischen Herrn Weiss nicht willkommen, da viel zu aggressiv.
Nachdem in dieser urigen Kneipe der wohlverdiente Feierabend ausgerufen wurde, wankten wir noch an dem einen oder anderen Dönerladen vorbei (es kann auch eine China-Pfanne gewesen sein, mein alkoholgeschwängertes Gehirn mag mich da täuschen), um uns für die lange Rückreise zu stärken. Die 11 Stunden Bahnfahrt mit dem Wochenendticket ließen sich dank der vorher gebunkerten Kästen Bier recht gut ertragen, zumal die Deutsche Bundesbahn dank der guten Beziehung von Timo eine einstündige Mittagspause in Erfurt eingeplant hatte. Dort sorgte unser Pulk noch einmal kurz für Aufmerksamkeit, aber das waren wir ja schon gewohnt und entlockte uns nur ein Gähnen, während Adi noch schnell aufs Klo verschwand, um in Erfurt sein ganz persönliches Präsent zu hinterlassen. Wider Erwarten erreichte die Bahn an frühen Abend pünktlich Berlin und wir trennten uns alle, die einen um zu Schlafen, die anderen um weiter zu Saufen.
Ach ja, hätte ich ja beinahe vergessen, ist zwar unwichtig aber nicht unbedeutend, es wurde der Riese als Bundesvorsitzender und Christian Köth samt seiner Kuh-Kutte als 2. Vorsitzender gewählt. Ein Kassenwart gibt es auch, das ist Christian Schwall. Jedem den das mehr interessiert kann ich nur raten, mal auf der Bundeswebseite, der BW-Webseite oder im Forum nachzulesen, wir hier in Berlin machen jedenfalls ab jetzt unser eigenes Ding und erklären uns zur "Autonomen Frontstadt der APPD". Dazu wird es in nächster Zeit noch den ein oder anderen Artikel geben, jetzt gibt es aber erstmal ´ne frisch jezapfte Molle!
BIER AUF & POGO HAIL -Phil²-
Die Bilder vom Parteitag!
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